Schluck # 05

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Schluck # 05

Schluck die Zukunft
Sprache: Deutsch Erscheinungsrhythmus: 2 Ausgaben pro Jahr Ursprungsland: Deutschland Seiten: 130 Magazin: Schluck Maße: L: 28cm B: 21cm H: 1cm
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Dinge die kommen

Sie halten die fünfte Ausgabe von SCHLUCK in den Händen. Wie die vier Ausgaben zuvor, kann ich nur sagen: Wir wundern uns auch, dass wir da sind. Das geht also nicht nur Ihnen so. Wir wundern uns aber nicht, dass wir noch da sind – das ist eine Selbstverständlichkeit. Nein, wir wundern uns manchmal, dass es uns gibt. Denn so richtig an SCHLUCK geglaubt, hat keiner der Macher am Anfang. Also nicht geglaubt, dass das dabei rauskommt. Ein Erfolg. Weit mehr als eine Petitesse. Erfolgreich noch dazu auf einem schrumpfenden Markt – vor allem im darbenden deutschen Weinjournalismus mit seinen horrend schlechten Auflagezahlen. So etwas wie uns kann es eigentlich gar nicht geben. Wenn der Markt sich an Prognosen hält. Tut er aber nicht.

Viele Zeitschriften kommen und gehen. Stimmt, Sie haben recht: mehr Zeitschriften gehen. Und nur mehr wenige kom- men noch in die Welt des bedruckten Papiers hinzu. Wir sind vor bald drei Jahren gekommen, um zu bleiben (wenn Sie mir mal diese Plattitüde aus der Popwelt verzeihen). Warum wir wachsen, warum wir mehr Leser denn je haben, warum es uns weiter geben wird; das verdanken wir zwei Faktoren. Erstens: SCHLUCK hat eine Agenda. Zweitens: Es gibt eine gewichtige Anzahl Leute, die diese Agenda lesen will.

Sie denken jetzt: Was ist los mit denen? Normalerweise beginnt das Heft doch immer mit einer Portion Sarkasmus. Stimmt. Und die lassen wir uns auch nicht nehmen. Doch die- ses Heft hat ein ernstes Überthema; es ist das Zukunftsheft, es beinhaltet in Spurenelementen die Agenda 2020 im Wein- bau. 2020 ist bald. Doch bis 2020 müssen bei Winzern und Weinproduzenten wesentliche Weichen gestellt sein, mit der kommenden Zukunft fertig zu werden. Die Klimaerwärmung ist DAS Damoklesschwert der Menschheit, egal wer, oder wel- che Faktoren sie verursachen. Sie zu leugnen? Das tun nur mehr Spinner wie dieser – wie heißt er schnell – ach ja: Trump.

Simon Weiss hat sich auf die Reise gemacht und den Sommer über recherchiert, mit welche Mitteln man im Weinbau den Frösten, Unwetter und Hagelschäden begegnen kann. Und ob der Weinbau dann noch Freude macht, wenn man alles einnetzen muss (Seite 112). Julia Klüber hat sich ins Weinall aufgemacht, um neue Welten zu entdecken, die die Mensch- heit bisher noch nicht (so genau) kannte. (Seite 126). Wie Weinbau in der in den Islamismus abdriftenden Türkei geht hat Friedrich Oswald recherchiert – wesentliche Frage: Geht’s noch? (Seite 56)

Jürgen Schmücking hat einen Sautanz besucht und sieht in ihm die Zukunft des Essens. Nicht in dem, was dabei verarbei- tet wird, sondern in der Herangehensweise an das zum Tode und zum Gegessenwerden verurteilte Nutztier (Seite 36). Ge- heimreporter Raul Brutzkowski hat wieder Winzer gesucht, die kaum wer kennt. Geheimtipps also. Die dann doch nicht mehr soooo ganz geheim sind (Seite 100). Und der Chefredakteur, der ja auch knipsen kann, hat einen Jungwinzerinnen-Kalen- der fotografiert, an den man sich noch lange erinnern wird. Er ist das genaue Gegenteil von dem sexistischen Dreck, der jedes Jahr die Winzerkeller verunreinigt. Denn dort – zu Recht – landet das Machwerk (Seite 79). Oh, jetzt sind uns doch wie- der die Gäule durchgegangen. Verzeihen Sie, wir müssen das Arrivierte und Etablierte vertreiben. Es holt uns ein. Wie das letzte Hemd. Das keine Taschen hat. Viel Spaß beim Lesen, bleiben Sie uns gewogen.

Der Chefredakteur und die Redaktion

Ein Teil dieser Ausgabe wurde bei den Weingütern Patrizierhof (Franken, Björn Grebner), Günther Steinmetz (Stefan Steinmetz, Mosel) und Hannes Sabathi (Südsteiermark) fertiggestellt. Die genannten Personen haben dem Chefredakteur Kost und Logis geboten. Und danach Urlaub gebraucht. Oder eine Nervenheilanstalt.

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